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Zufußgehen als Lösung für Staus und Umweltverschmutzung in Großstädten – Wie hat Wien die Menschen für das gesündeste und günstigste Fortbewegungsmittel motiviert?

Quelle: eKapija Dienstag, 07.05.2024. 22:41
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Podeli
Abbildung (Fotoeakkaluktemwanich/shutterstock.com)Abbildung
Vor einem Jahrzehnt hatte Wien wie andere europäische Städte mit Verkehrsstaus und Parkplatzmangel zu kämpfen. Auch heute noch sind diese Probleme nicht vollständig gelöst, doch mit der Gründung der Mobilitätsagentur Wien gewannen Fuß- und Radwege an Bedeutung. Mittlerweile wird bei jedem dritten Besuch der Innenstadt zu Fuß gegangen. Dieses Verkehrsmittel ist nicht nur gesund und günstig, sondern trägt auch dazu bei, die Klimaziele der Stadt zu erreichen, nämlich den Autoverkehr in Wien von derzeit 26 auf 20 % zu reduzieren.

- Ich mache das seit 11 Jahren und kann sagen, dass sich im Bewusstsein der Menschen etwas verändert hat. Früher fragte man, wie viele Parkplätze wir verlieren würden, jetzt fragt man, wie viele neue Bäume wir bekommen würden. Im Vergleich zu anderen Fortbewegungsmitteln ist das Zufußgehen günstig, es ist das günstigste Fortbewegungsmittel, aber niemand ist es gewohnt, darin zu investieren. Wenn wir bedenken, dass es ohne Zufußgehen keinen Transport gibt, werden wir erkennen, dass das Gehen tatsächlich die Grundlage unseres Verkehrssystems ist und eine Investition wert ist – sagt Petra Jens, Beauftragte für Fußverkehr der Mobilitätsagentur Wien.

Jährlich wird das Verhalten und die Verkehrsmittelwahl der Wienerinnen und Wiener gemessen, wobei in den vergangenen Jahren das Zufußgehen und Radfahren immer stärker in den Fokus gerückt wurde.

Seit drei Jahren gibt es in Österreich einen nationalen Wandermasterplan.

- Der nationale Masterplan beschreibt, wie das Land Kommunen durch die Verbesserung von Infrastruktur und Fußgängerzonen unterstützt. Wenn Kommunen Bundesmittel beantragen wollen, müssen sie einen eigenen Masterplan und eine eigene Strategie erstellen – sagt Jens.

Wie motiviert man Menschen für etwas, das sie für selbstverständlich halten?

Ihrer Meinung nach beginnt alles mit Kommunikation und gutem Marketing. Sie fügt hinzu: Wenn es gelingt, Menschen und Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass Fußverkehr ein wichtiges Thema für Städte, Kommunen und das gesamte Verkehrssystem ist, dann hat man bereits einen wichtigen ersten Schritt getan.

- Zufußgehen ist wie Atmen, wir denken nicht ans Atmen, aber es ist für unsere Existenz notwendig. Deshalb versuchen wir, das Gehen auf verschiedene Weise glamourös und interessant zu gestalten. Wir haben geführte Stadtrundgänge durch Wien zusammengestellt, bieten kostenlosen Kaffee an und laden dazu ein, die eigene Stadt zu entdecken. Es gibt auch eine kostenlose App, mit der man seine Schritte zählen und diese gegen Gutscheine für kleine Preise eintauschen kann. Wir informieren unsere Mitbürger über die neue Fußgängerinfrastruktur, Projekte, darüber, wie viele neue Bäume sie bekommen werden, wie viele schöne Möbel – sagte Petra Jens.

Der Text entstand im Rahmen des von der Europäischen Union finanzierten Projekts „Pulse of Europe“ in Serbien.


I. Žikić
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